Donnerstag, 10. Dezember 2015

Out of my mind - Von Spiegeln, Paris und Panem


#prayforparis ist nun schon fast einen Monat her. Und es ist auch schon eine Weile her, dass ich "Tribute von Panem: Mockingjay 2" gesehen habe. Seitdem beschäftigt mich etwas, das mir im Zusammenhang mit den beiden Ereignissen aufgefallen ist.

Am Ende des Panem-Films bekommen Katniss und Peeta einen Brief von Plutarch Heavensbee, in dem er unter Anderem die Unfähigkeit der Menschen anspricht, aus ihren Fehlern zu lernen, dass er aber auch die Hoffnung hat, dass es dieses Mal anders sein wird. Dem stimme ich aus vollem Herzen zu. Irgendwo tief in mir hege ich doch die naive Hoffnung, dass wir es irgendwie gebacken kriegen, ohne Dinge wie sie in Paris geschahen, miteinander und nebeneinander zu leben.

Bei dem Brief, den Haymitch Katniss vorliest, habe ich mich gefragt, wie unfassbar dumm die Menschheit eigentlich ist. Wir schreiben Bücher, drehen Filme, singen Lieder darüber, was passiert, wenn wir nicht anfangen, vernünftig zu werden. Wir führen uns immer wieder selbst vor Augen, wie wir uns selbst zerstören werden. Und doch sind wir zu machtlos, es zu ändern. Machtlos, während wir doch angeblich die am höchsten entwickelten Lebensformen sind.
Es ist, als würden wir in den Spiegel schauen und nicht verstehen, was wir dort sehen.

Wenn ich mir so etwas bewusst mache, fühle ich mich so verdammt hilflos. Ich fühle mich klein. Weil ich nichts dagegen tun kann. Denn so dämlich ich vieles finde, was die Menschheit, was auch ich verzapfe, und so sehr ich glaube, die Erde wäre ohne die Menschen besser dran, ich möchte doch nicht dabei sein, wenn alles zusammenbricht. Mag egoistisch sein.
Aber irgendwie hoffe ich doch, das wir aus realen wie fiktiven Ereignissen lernen, bevor es zu spät ist.

Das mal loswerden musste
MissDuncelbunt.

Kommentare:

  1. "Es ist, als würden wir in den Spiegel schauen und nicht verstehen, was wir dort sehen." -> toller Satz *o*

    Oh ja. Genau das denke ich oft.

    Es geht doch schon mit Dystopien los. Ein Autor schreibt doch nicht darüber, dass die Hälfte der Welt unter Wasser ist, weil er die Vorstellung cool findet (was zugegebenermaßen auch ein Teilgrund für ein fiktives Setting sein kann), sondern weil der Klimawandel uns das wirklich bringen kann. Von den ganzen Dystopien nach einem verheerenden Krieg ganz zu schweigen.
    Diese Bücher und Filme sind Bestseller, werden von tausenden Menschen gesehen und doch von zu vielen als fiktiv abgestempelt, ohne zu sehen, dass diese Zukunft längst wahrscheinlich ist. Dystopien schrecken uns oft ab, aber wann lernt die Masse endlich, daraus eine Lehre zu ziehen?

    Paris ist Kilometer entfernt. Für ein paar Tage lang kommt auch hier ein mulmiges Gefühl an, doch dann kehren wir in den Alltag zurück, verdrängen die Geschehnisse und damit die Tatsache, dass der Terror damit nicht aus der Welt ist.
    Jeden Tag kommen tausende Flüchtlinge. Wir nehmen die Bilder längst nicht mehr wahr, doch warum fragt sich die Masse nie, warum Menschen überhaupt aus ihrer Heimat fliehen?
    Jeden Tag rutschen wir ein bisschen mehr Richtung Klimawandel, aber wir sind längst nicht bereit, unser bequemes Leben aufzugeben, um was zu ändern. Bis es zu spät ist.

    Wir sehen die Probleme, aber wir verdrängen sie.
    Jeder Einzelne kann was tun, aber nur in der Masse erhält das eine Wirkung. Also sagen wir uns, dass es eh nichts bringen würde, und merken nicht, dass, wenn 100 Leute das Gegenteil tun, doch erste, kleine Schritte getan werden.

    Doch lieber fliehen wir in den Alltag, verdrängen die großen Probleme und vertiefen uns in Nichtigkeiten, anstatt der Realität ins Auge zu blicken.
    Für einen Moment sind wir geschockt, ehe wir wieder in den Alltag zurückkehren und uns weigern, diesen zu verändern. Vielleicht haben wir Angst vor Veränderungen. Vielleicht wollen wir auch einfach nur nicht wahrhaben, dass die heile Welt nicht existiert.

    Vielleicht akzeptieren wir unsere Probleme rechtzeitig. Vielleicht auch erst, wenn es zu spät ist.

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  2. Ich hab mal mit einer Sozialistin gesprochen, die meinte, es spricht auch für sich, dass Dystopien so erfolgreich sind. Weil die Menschen sich mit der aktuellen Situation kein langes Fortbestehen des Systems mehr vorstellen können...

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    1. Und trotzdem sind sie nicht bereit, etwas zu ändern ... traurig eigentlich ...

      (Sorry im Nachhinein für den langen Kommentar. xD)

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