Dienstag, 8. September 2015

Rezension - Alles so leicht

Alles so leichtTitel: Alles so leicht
Reihe: Einzelband 
Autor: Meg Haston
Buchverlag: Thienemann Esslinger
Seitenzahl: 320
Preis: 19.99€
Altersempfehlung: ab 13 Jahre (Empfehlung des Verlags)

Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen, aus diesem Körper, aus diesem Leben zu verschwinden. Aber alle wollen sie daran hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum einweisen ließ. Anna, die so ganz anders ist als die anderen Seelenklempner. Und selbst den Mädchen, mit denen sie ein Zimmer und ein Schicksal teilt, fühlt sich Stevie jeden Tag näher. Aber sie wird sich nicht öffnen, sie hat schließlich einen Plan.

Noch siebenundzwanzig Tage bis zur Freiheit, und ich bin gefangen in einem Blechkasten mit grau bezogenen Sitzen und dem künstlicehn Pina-colada-Gestand eines Wunderbaumes, der am Rückspiegel baumelt.

Sowohl Cover als auch Titel sind gut gewählt und passen schön zum Thema Magersucht allgemein, auch wenn es mir im direkten Bezug zur Geschichte nicht ganz so gut gefällt.

Stevies Mutter hat sie verlassen, ihr Bruder Josh starb vor fast einem Jahr und seitdem gibt Stevie sich Mühe, sich selbst dem Tod zu bringen. Am Jahrestag von Joshs Tod will sie tot sein - doch ihr Vater weist sie in ein Therapiezentrum für Essstörungen ein.
Man lernte Stevie nie ohne ihre Lasten kennen. Die Trauer um Verlust von Bruder und Mutter sowie ihre komplizierte Beziehung zu Eden und ihre Essstörung begleiteten sie immer. Stevie hat sich komplett von ihren Problemen auffressen lassen. Dadurch wurde sie für mich zu einem oberflächlichen Charakter, weil ich sie aufgrund fehlender Persönlichkeit nicht greifen konnte.
Die Entwicklung, die Stevie während ihres Klinikaufenthaltes durchmacht, war jedoch sehr interessant zu beobachten.

Ich mochte das Buch. Aber ich fand es nicht so eindringlich, wie es das Thema vielleicht verlangt hätte. Das kann aber auch daran liegen, dass das Tabu um das Thema Essstörung in Büchern in letzter Zeit ohnehin etwas aufgeweicht wird.
Gefallen hat mir die Darstellung der Hintergründe, die Essstörungen haben können. Anhand der verschiedenen Mädchen, die Stevie im Laufe ihres Klinikaufenthaltes trifft, wurde gezeigt, dass es nicht nur der bloße Wille des Abnehmens ist, der Menschen in die Essstörung treiben kann. Außerdem war es gut zu lesen, dass Therapeuten eben doch helfen können - eine Therapeutin wie Anna wünscht man jedem Menschen mit dieser Krankheit.
Außerdem interessant war Stevies Betrachtung der Diagnosen "Anorexie" und "Bulimie". Ich hätte nicht gedacht, dass es für Betroffene so ein Unterschied sein kann, welche Krankheit von beiden man hat.

Insgesamt war mir das Buch zu flüchtig. Ich kann es aber trotzdem weiterempfehlen, denn nicht jeder möchte in einem Jugendbuch über Essstörung bis in die Grundfesten erschüttert werden :D

Ich bedanke mich bei Thienemann Esslinger für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Mittlerweile überraschend viele ES-Bücher kennt
MissDuncelbunt.

Kommentare:

  1. Huhu Liebes,

    ich muss sagen, dass ich mich eine zeitlang sehr für diese Bücher interessiert habe. Mittlerweile hat das aber nachgelassen, weil es mich irgendwie animierte. Ich weiß gar nicht wie ich das ausdrücken soll...
    Naja, ist ja auch egal. Auf jeden Fall mag ich solche Bücher mittlerweile gar nicht mehr lesen. Aber ich glaube nach deiner Rezi ist das jetzt auch kein riesiger Verlust oder?! :)

    Liebste Grüße

    Sonja

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    1. Hey :)

      Ich muss gestehen, wenn mich jemand nach einem Buch dieser Art fragen würde, würde ich zuerst "Was fehlt wenn ich verschwunden bin" und dann "Wintermädchen" empfehlen...
      Vielleicht stumpft man auch ab :x

      Liebe Grüße :)

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  2. Das Buch steht auch schon länger auf meiner Wunschliste, mal sehen, ob ich es mir auch hole, bei dem Thema sind Romane ja immer ein wenig schwierig.
    Liebst, Lara.

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    1. Es ist auf jeden Fall interessant zu lesen :)

      Liebe Grüße :)

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  3. Hallo ;-)
    Eine sehr interessante Rezension !
    Ich habe bisher noch nicht wirklich ein Buch mit dieser Thematik
    gelesen, selbst wenn ich sie für wichtig in einem Jugendbuchregal
    erachte.
    Kannst du dir vorstellen, dass die angegebene Altersgruppe sich eher angesprochen fühlt ?
    Liebe Grüße,
    Hibi

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    1. Hey :)

      Ja, ich denke schon. Es ist eine etwas seichtere Herangehensweise als andere Magersucht-Bücher.
      Danke für den Hinweis mit der Altersgruppe! Mir ist der Gedanke noch gar nicht gekommen, dass dieses "zu seicht" mit der Zielgruppe zu tun hat :)

      Liebe Grüße :)

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