Sonntag, 4. August 2013

Rezension - Graffiti moon

Graffiti moon

Ich trete wie wild in die Pedale.

Lucys Herz gehört Shadow, dem geheimnisvollen Graffiti-Künstler, dessen Werke über die ganz Stadt verteilt sind – dabei hat sie ihn noch nie gesehen! Irgendwo da draußen streicht er herum und sprüht Leben an die grauen Wände und sein Freund Poet verfasst die Gedichte dazu. Als der seltsame Ed Lucy verspricht, sie Shadow vorzustellen, folgt sie ihm durch die Nacht, von Party zu Party, von Graffiti zu Graffiti. Und diese eine Nacht ändert alles, denn auch Ed hat ein Geheimnis, auf das Lucy nie gekommen wäre..
 

Auf dem Cover sind zwei im Sprayer/Schablonenstil gehaltene Köpfe zu sehen, die im Begriff sind, sich zu küssen. Farblich in Schwarz und Orange gehalten passt die Gestaltung auch zum Titel, der ebenfalls ein wenig an Graffiti erinnert. Unter dem Schutzumschlag verbirgt sich eine Backsteinmaueraufmachung mit Graffiti-Zeichnung. Ich finde es allerdings schade, dass man hier keines der Pieces von Shadow verwendet hat, sondern ein typisches verhasstes geschmiertes Tag (also einfach nur einen hingekritzelten Schriftzug).
Da, wo die Perspektive wechselt, ist der Name als Überschrift gesetzt, ebenfalls im Graffitistil.


Hauptsächlich agieren Lucy, Ed und Leo. Als Hauptnebenfiguren sind Jazz, Dylan, Daisy, Al, Bert und Beth zu nennen, die Ganznebenfiguren erspare ich euch mal.
Was mir an den Charakteren im Allgemeinen sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass sie nicht schon mit dreizehn sämtliche mögliche Erfahrungen in Sachen Liebe gemacht haben, sondern sehr realistisch dargestellt werden, Unsicherheiten und blöde Missverständnisse inbegriffen. Ansonsten finde ich die Figuren sehr schön gestaltet, sie haben Ecken und Kanten und nicht nur ein Gesicht. Lucy hat mich mit ihrem naiven Glauben an den Wunderknaben Shadow zwar etwas genervt, aber ich konnte ihr Gefühl, in einen Unbekannten verliebt zu sein, sehr gut nachvollziehen. Auch Eds innere Zerrissenheit, Leos Leben wie ein Kartenhaus und die altehepärliche Beziehung zwischen Dylan und Daisy gefielen mir gut. Es gab eigentlich keine Person, die ich so gar nicht leiden konnte, denn zu allen fand ich Zugang und konnte an den stark dargestellten Persönlichkeiten teilhaben.


Auch den Aufbau fand ich klasse. Abwechselnd wird in der Ich-Perspektive aus Lucys und Eds Sicht erzählt, wobei oft die letzte gestellte Frage des jeweils anderen wiederholt wird. Dazwischen finden sich immer wieder Leos Gedichte. Über diese wird auch der Stand der Beziehung Leo und Jazz vermittelt, was ich für eine super Idee halte.

Die Autorin geht an diese poetisch erzählte Liebesgeschichte ganz anders ran, als man es erwartet. Eigentlich hätte die Geschichte aus Lucys verzweifelter Suche nach Shadow bestehen können, doch schon auf den ersten Seiten ist klar, wer hinter dem Phantom steckt und es wird der Weg von Lucy und Shadow beschrieben, wie sie sich Schritt für Schritt aufeinander zu, voneinander weg und wieder aufeinander zu bewegen. Großen Respekt für diese Herangehensweise, auf wenn ich mir auf den letzten Seiten dachte: Meine Güte, macht doch endlich!

Dieses Gefühl hatte ich zumindest beim Lesen, als ich bei Muffin im Garten saß. Sie hatte beim Poetry Slam Wettbewerb zu diesem Buch mitgemacht und ist unter die ersten Vier gekommen. Dafür bekam sie eine Print- und eine Audioversion von „Graffiti moon“ geschenkt. Ich hatte die Ehre, das Buch als Erste zu lesen und durfte das Hörbuch mit nach Hause nehmen. Heute habe ich es auch gehört und muss sagen: Beim Hören zieht sich das Ende nicht so wie beim Lesen und die Stimmen für Ed und Lucy wurden klasse ausgewählt. Nur mit dem Sprecher von Leos Parts bin ich nicht wirklich zufrieden, aber das tut für die Bewertung des Buches nichts zur Sache.
 
Titel: Graffiti moon
Autor: Cath Crowley
Verlag: Carlsen Verlag
Preis:
16,90 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahre (laut Amazon vom Hersteller empfohlen) 

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Miss Duncelbunt.

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