Sonntag, 16. Juni 2013

Rezension - Unter Freunden


Titel: Unter Freunden
Autor: Thomas Fuchs
Verlag: Arena Verlag
Preis: 6,99€ (Taschenbuch)Altersempfehlung: ab 12 Jahre


Eure Eltern bezahlen dafür, dass ihr hier euren Schulabschluss macht.

Unter Freunden erzählt man sich alles. Und Greg ist der perfekte Freund. Er hat für alle im Internat ein offenes Ohr und ist immer so nett und hilfsbereit. Ihm vertaut man gern seine Sorgen und Nöte, seine kleinen und großen Geheimnisse an. Auch Leo und Sara öffnen sich ihm. Bis sie merken, dass Greg ein böses Spiel mit ihnen treibt …

Das Cover ist schlicht gehalten und in Schwarz-Blau gestaltet. Es verbreitet eine düstere Atmosphäre, die meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte passt. Schon mit einem Blick auf das Cover, auf dem zwei Jungen abgebildet sind, wird klar, dass hier die Freundschaft in ein negatives Licht gerät. Auch das gefällt mir sehr gut.

In dem Buch "Unter Freunden" geht es um Leo und Sara, die in das Internat Hausenthal kommen. Hausenthal ist die letzte Chance für Jugendliche, die die Schule nirgendwo sonst packen. Das Internat ist vollkommen isoliert von der Außenwelt und funktioniert wie ein eigener Staat. Leo und Sara gelangen in die Kreise von Greg, dem heimlichen Herrscher von Hausenthal. Greg ist der perfekte Freund, er sieht gut aus und ist immer nett. Man will ihm fast all seine Geheimnisse erzählen. Doch was stellt Greg mit diesen Informationen an?
Nach und nach durchschauen Sara und Leo, welches Spiel Greg mit seinen Mitschülern spielt und bringen auch ihre Freundschaft in Gefahr. Vorallem Leo leidet darunter, auch Sara wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.
Letztlich gelingt es den beiden, sich den Fängen von Greg zu entziehen und ihre Freundschaft zu retten, doch die Zeit mit Greg steht immer zwischen ihnen.

Sara und Leo.
Die beiden sind die Hauptfiguren und gehören zu den "Sonderlingen" in Hausenthal, denn sie erzählen keine absonderlichen Geschichten über ihre Vergangenheit. Sara erzählt in "Unter Freunden" die Geschichte von Leo, was zeigt, welche Freundschaft sie verbindet. An den Beiden gefiel mir besonders, dass sie auch zu Ende nicht zusammen gekommen sind und dass eine Freundschaft zwischen Junge und Mädchen eben doch möglich ist.
Sara handelt die ganze Zeit über nachvollziehbar, ebenso wie Leo. Entsprechend der Situation waren sie mir sympathisch oder unsympathisch, wie es die Geschichte gerade verlangte. Mir gefällt auch, das beide Figuren Tiefe besitzen und kein bisschen eindimensional gezeichnet wurden.

Greg und Herr Liebig.
Meine Meinung zu Greg wandelte sich von "Wow" über "Ehm..." zu "Oh Mann..." Am Ende hatte ich sogar ein bisschen Mitleid mit ihm. Aufgrund seiner verqueren Denkweise fiel es mir manchmal schwer, ihm zu folgen, teilweise grenzten seine Handlungen ein bisschen an Wahnsinn. Trotzdem beweist er sehr anschaulich, was geschieht, wenn Macht in die falschen Hände bekommt.
Herr Liebig, der Schulleiter, stellt für mich eine undurchschaubare Person dar. Er weiß so gut wie alles in Hausenthal, sogar mehr als Greg, und er greift trotzdem nur im äußersten Notfall ein. Er ist weder Freund noch Feind, weder Gut noch Böse, aber ich hätte Angst vor ihm, wenn er mein Schulleiter wäre.

Ganz ehrlich - ich bin froh, nicht auf solch ein Internat zu gehen. Die Geschichte "Unter Freunden" hat mir ganz klar vor Augen geführt, dass ich ziemliches Glück mit meinen Freunden habe und das zu schätzen wissen sollte.
Nebenbei bringt die Geschichte wieder ins Bewusstsein, zu welchem Terror Jugendliche fähig sind, auch ohne Gewalt. Es wird eindringlich und spannend erzählt, ohne das man das Gefühl hat, Thomas Fuchs will jemanden belehren.
Was mich allerdings stark gestört hat und wofür ich auch einen Punkt abziehe, ist die Erzählweise. Sara erzählt in diesem Buch die Geschichte von Leo und dadurch, dass der Haupt-Leidende nicht selbst erzählt, wird dem Schrecken, den er durchlebt hat, viel von seiner Wirkung genommen. Außerdem hat mich genervt, dass Sara ständig vorweg greift und davon spricht, welche schrecklichen Dinge passiert sind. Man erwartet ein regelrechtes Blutbad oder zumindest versuchten Mord und diese Erwartungen werden enttäuscht. Gleichzeitig bewirken diese Erwartungen, dass man am Ende etwas enttäuscht ist und somit möglicherweise den Blick für die eigentlich vermittelten Dinge verliert.
Trotzdem ist "Unter Freunden" ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die Jugend-Thrill ohne Blut erleben wollen.

Abhaken darf den Buchstaben "U" bei Celinas Challenge
Miss Duncelbunt.


1 Kommentar:

  1. Sehr informativ, gut geschrieben und trifft voll und ganz zu ;)

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Danke für deinen Kommentar ♥