Sonntag, 30. Juni 2013

Rezension - Onkel Montagues Schauergeschichten


Titel: Onkel Montagues Schauergeschichten
Autor: Chris Priestley
Verlag: Bloomsbury 
Preis: 15, 90 €
Altersempfehlung: ab 13 Jahre (meine Empfehlung)





 
Der Weg zu Onkel Montagues Haus führte durch einen kleinen Wald.

Onkel Montague lebt allein mit seinem mysteriösen Diener Franz in einem düsteren alten Haus. Obwohl der Weg zu ihm durch einen unheimlichen Wald führt, besucht Edgar ihn sehr gern, denn Onkel Montague scheint über einen unerschöpflichen Vorrat an Schauergeschichten zu verfügen. Doch je mehr Geschichten Edgar hört, desto unbehaglicher ist ihm zumute. Draußen wird der Nebel immer dichter, im Haus wird es immer kälter und seltsame Geräusche sind zu hören. Was hat es mit diesen Geschichten auf sich? Woher kennt Onkel Montague sie und warum bewahrt er Gegenstände, die in den Geschichten vorkommen, in seinem Haus auf?

Das Cover zeigt Edgar, umgeben von tuschegezeichneten Ansätzen der Schauergeschichten-Illustrationen. Die Gestaltung, die ein wenig an Scherenschnitt erinnert, passt sehr gut zum Inhalt und verpasst dem Buch von Anfang an eine schaurige Aura.  

 
In dem Buch "Onkel Montagues Schauergeschichten" geht es um Edgar, der sich von seinem Onkel verschiedene Schauergeschichten erzählen lässt, in denen immer einer der Gegenstände vorkommt, der sich gerade in Onkel Montagues Zimmer befindet.
Die erzählten Schauergeschichten unterscheiden sich alle vom Inhalt, weisen jedoch zwei wesentliche Gemeinsamkeiten auf: Es geht (fast) immer um Kinder und (fast) alle sterben zu Ende der jeweiligen Geschichte.  So, wie Edgar die Geschichten erzählt bekommt, ist das Buch in 11 Kapitel geteilt und mündet in ein spannendes Finale, in dem Onkel Montague seine dunkle Vergangenheit offenbart und selbst zur Schauergeschichte wird. Mehr kann ich zum Inhalt kaum sagen, denn hier sind zehn Geschichten in der Geschichte zu finden und ich möchte nicht zu jeder Schauergeschichte einzeln etwas sagen.

Der Protagonist Edgar ist mit einer unheimlichen Neugier ausgestattet und wirkt in seinem Versuch, dem langweiligen Leben seiner Familie zu entfliehen, sehr authentisch. Besonders gefallen hat mir an ihm, wie er sich immer noch eine und noch eine Geschichte erzählen lassen hat, auch wenn die Furcht und das Misstrauen immer weiter zu nahm. Ich konnte diese schreckliche Faszination förmlich spüren.
Onkel Montague überzeugt mit einer mysteriösen Ausstrahlung und einem schwerwiegenden Geheimnis. Ansonsten bleibt er aber relativ eindimensional, was allerdings nicht weiter stört, da in den ständig wechselnden Storys auch andere Hauptpersonen auftauchen und so kaum Zeit bleibt, ihnen allen Tiefe zu verpassen. So ergeht es auch den Kindern in den Schauergeschichten, die sowieso nicht lange genug leben, um Tiefe zu entwickeln.

Ich sehe gerade, es könnte etwas schwierig sein, meinen Ausführungen da oben zu folgen. Fakt ist, dass es nicht stört, wenn Edgar die einzige mehrdimensionale Person in diesem Buch bleibt. Richtig gut fand ich die düstere Stimmung, die sich durch das ganze Buch zieht. Teilweise hat der Autor an genau der richtigen Stelle aufgehört mit der Schauergeschichte, womit der eigentlich gruselige Teil dem Kopfkino überlassen blieb. Und glaubt mir, das Kopfkino arbeitet automatisch.
Allerdings gab es einige Schauergeschichten, die mich persönlich nicht so angesprochen haben oder deren Ausgang mir nicht ganz klar war. Meine persönlichen Favouriten waren "Eine Geistergeschichte" und "Winterschnitt", wogegen mir "Nicht klettern" und "Die Nicht-Tür" nicht so gut gefallen haben. Für dieses gemischte Verhältnis ziehe ich einen Punkt ab, da es wirklich stört. Der Lesefluss bleibt aber durch einen angenehmen Schreibstil des Autors gegeben.

Titel: Onkel Montagues Schauergeschichten
Autor: Chris Priestley
Verlag: Bloomsbury
Preis:
15, 90 €
Altersempfehlung: ab 13 Jahre (meine Empfehlung)

An die morgen beginnende Leserunde von "Silber - Das erste Buch der Träume" erinnert
Miss Duncelbunt. 

1 Kommentar:

  1. Gerade keine Zeit, diesen Eintrag komplett zu lesen. Entschuldige bitte :) Deshalb nur kurz überflogen - und dabei ist mir in den Sinn gekommen (und ich hoffe, dass ich es nicht schon mal irgendwo erwähnt habe :D ) dass ich die Kategorie "Erster Satz" sehr erfrischend neu finde und sie quasi die Kirsche auf der Sahne ist.

    Ein Lob dafür vom Muuufffmuffin :D

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