Mittwoch, 19. Juni 2013

Kanarien-Kritik

Wer kennt es nicht: Wenn die Texte von Goethe und Co. auf dem Tisch liegen und dazu ein einziges Wort als Aufgabenstellung fungiert, schwebt statt einem zündenen Gedanken oft nur ein riesengroßes schillerndes Fragezeichen über dem geplagten Schüler.

Es handelt sich dabei um einen anerkannten Schülerschreck - die Interpretation.

Prof. Dr. Ehgefälscht: Meine werten Schüler, bitte interpretieren sie nun das vorliegende Gedicht unter besonderer Betrachtung der Stilmittel. Viel Vergnügen!

Und das Fragezeichen verwandelt sich in die verzweifelte Frage: Woher soll ich denn wissen, was der sich dabei gedacht hat?

Ich gebe zu, ich hassliebe Interpretationen. Die Liebe dafür, das ich im Allgemeinen sehr gut darin bin, Sachen in etwas hinein zu interpretieren, die gar nicht da sind.
Und der Hass, weil ich fest davon überzeugt bin, dass die Hälfte aller ach so meisterwerklichen Gedichte nur so geschrieben worden, weil die Heinrichs und Johanns dieser Dichterwelt sich dachten: Oh, das klingt aber schön!
Es setzen sich wohl die wenigsten Lyriker hin und sagen sich: Nun gut, ich denke, meine Verwirrung über das Verschwinden meines Kanarienvogels kann ich am besten mit einer Alliteration an dieser Stelle und zwei Hyperbeln an jener Stelle ausdrücken. Außerdem ließe sich in der dritten Zeile mit einigen Anaphern und Epiphern Kritik am herrschenden Regime anbringen. Dadurch wird ein wunderbarer, nicht näher erklärter Kontrast zum Kanarienvogel hergestellt.

Ich meine, das macht man doch nicht ^^ Sicher sind einige Metaphern berechtigt und auch interpretierbar. Aber das bedeutet doch nicht, das jeder doppelt verwendete Buchstabe den Sinn des Lebens verbirgt, oder?

Stellt euch vor, jemand liest in hundert Jahren folgende Zeilen:

Schwarz wird Weiß und Weiß wird Rot
Feind und Schmerz und Leid und Tod
Kommt zur Federfestung hin
Des Krieges blutiger Beginn. 

Wenn dann jemand interpretiert, hierbei würde es sich um die Ankündigung des nächsten Weltuntergangs handeln, dann schwöre ich, dass ich mich im Grabe umdrehe.
Bei diesen Zeilen handelt es sich nämlich um eine simple Prophezeihung aus der ersten Dimension, die die Schlacht bei Cem Airie ankündigt. Simple Hintergrundgedanken, die ich für den Aufbau meiner Fantasy-Welt benötige. 

Diese Sache mit den Interpretationen ist etwas, worüber ich mich ständig neu aufregen könnte. Jetzt werde ich mich aber auf andere Dinge konzentrieren und eventuell mal was für die morgige Mathe-Prüfung tun. Das ich im Unterricht nicht allzu viel vollbracht habe, seht ihr auf dem Bild unten. Bei dem Buch handelt es sich um das Prüfungs-Übungsheft ;)

In der Hitze zerfließt beinahe
Miss Duncelbunt.




1 Kommentar:

  1. Genau derselben Ansicht bin ich auch *zustimmend nick* Die Autoren und Verfasser würden ja verrückt werden, wenn sie sich vorher sowas überlegen xD
    Ich hoffe Mathe lief gut, trotz des... ich sage jetzt mal nicht "verunstaltet" sondern *denk* kreativumgewandelten Übungheftes :P

    Meine Sahne ist auch schon zerflossen: Also liebe Grüße vom zermatschten - aber nicht minder leckeren - Muffin [[[)o <--- Matschige Konsistenz und so xD

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